Über die UN- Klimakonferenz und den “Peoples climate march”

klimademo

Heute beginnt in New York die UN- Klimakonferenz. Vertreter von fast 130 Ländern nehmen an dieser Konferenz teil, um über die Folgen des Klimawandels zu sprechen, und eine langfristige Lösung des Problems zu entwickeln, damit unser Planet auch für unsere Nachfahren noch ein bewohnbarer Planet ist. Es ist eine Minute vor zwölf und wir haben einen noch nie dagewesenen Ausstoß von Co2. Weltweit sind die Folgen in Form von extremem Wetterphänomenen und Temperaturschwankungen spürbar. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich durchschnittliche Temperatur auf der Erde um 1,4 Grad erhöht, genug um die Eisberge drastisch schmelzen, und den Meeresspiegel ansteigen zu lassen. Genug, um trockene Gegenden noch trockener zu machen, und Mensch und Tier in Gefahr zu bringen. Die Vertreter in New York haben ein Ziel vor Augen, nämlich die Erwärmung auf 2 Grad zu limitieren, denn wenn wir weiterhin so leben, werden wir eine Erwärmung von 3 bis 5 Grad erleben.
Kurz vor Beginn der Konferenz wurde Leonardo DiCaprio aufgrund seines jahrelangen Engagements für den Klimaschutz von Generalsekretär Ban Ki Moon zum Friedensbotschafter ernannt, und auch er wird bei der KLimakonferenz in New York vertreten sein.

Im Vorfeld der Konferenz fanden am vergangenen Wochenende weltweit Demonstrationen gegen den Klimawandel statt. Von Melbourne über New York bis Berlin gingen Millionen Menschen mit Plakaten und Parolen auf die Strassen und forderten ein schnelles Handeln in puncto Klimaschutz. In den Medien ist sogar von Aktivitäten in 160 Ländern weltweit die Rede.
Respekt für das Engagement und dafür, dass sich immer mehr Menschen für dieses Thema interessieren. Allerdings hinterfrage ich diese Aktionen ebenfalls. Keinesfalls will ich mich als Moralapostel darstellen, denn ich habe versucht in diversen Tests meinen Co2- Fußabdruck zu berechnen, und das Ergebnis war alles andere als erfreulich, und um diesen zu reduzieren muss ich noch an mir arbeiten. Ich erlaube mir aber trotzdem ein paar Fragen zu stellen. Wie leben die Menschen, die auf den Strassen waren, um für den Klimaschutz zu demonstrieren? Ich bin mir sicher, dass von den 300.000 Menschen in New York nur ein kleiner Teil vor der eigenen Haustür fegt. In Amerika gehören große Autos zum guten Ton, und das Benzin dafür ist dort noch sehr günstig. An jeder Ecke gibt es Steak- Restaurants und die Menschen stehen Schlange vor den unzähligen Fast Food Restaurants der Nation. Fliegen kann man in Amerika mit Busfahren vergleichen, Inlandsflüge sind relativ günstig und werden regelmäßig genutzt. Wahrscheinlich haben die meisten Demonstranten nach der Veranstaltung einen Burger gegessen und sind mit ihren Pick ups wieder nach Hause gefahren. Aber hey- sie haben ja für den Klimaschutz demonstriert.
Ich nehme die USA als Beispiel, weil ich mit eigenen Augen gesehen habe wie die Menschen dort leben, und ich wundere mich, dass das Interesse zum Klimaschutz dort so gestiegen ist. Aber natürlich können wir diese Phänomene weltweit beobachten, denn es sprechen zwar viele vom Klimawandel, aber wenn es um das eigene Verhalten geht, sind die meisten Menschen dann doch lieber bequem.

Eine Meldung hat mich aber in Bezug auf dieses Thema dennoch überrascht. Anscheinend ist der pro Kopf Ausstoß von Co2 der Deutschen fast doppelt so groß wie der der Inder, obwohl es dort einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung gibt. Meine erste Erklärung dazu ist ziemlich einfach: Inder essen keine Rinder weil diese heilig sind, und wie wir wissen, sind die Haltung und Verarbeitung von Rindern hauptverantwortlich für den Co2 Ausstoß. Das erklärt einiges.
Ich bin natürlich der Meinung, dass in diesen Tagen in New York auf jeden Fall eine Entscheidung fallen muss, an die sich die ganze Weltwirtschaft hält. Aber: wir können nicht die ganze Verantwortung auf irgendwelche Vertreter schieben. Wir müssen die Sache selber anpacken, denn die einzelnen Politiker und Vertreter verursachen nicht alleine diese Probleme. Wenn jeder einzelne selber versucht, seinen persönlichen Co2 Fußabdruck zu reduzieren, dann wird das auch etwas mit dem Klimaschutz. Eine Ernährungsumstellug wäre dafür der erste Schritt. Natürlich soll kein Mensch gezwungen werden, sich von heute auf morgen vegan zu ernähren, aber die Reduktion von Tierprodukten auf ein Minimum ist meiner Meinung nach bereits ein guter Anfang für alle, die täglich Fleisch essen. Je mehr Menschen auf tierische Produkte verzichten, umso besser. WIR haben die aktuelle Situation verursacht und wir können auch etwas dagegen tun.
Aufklärung, Information und Handeln sind unerlässlich, denn wenn wir haben schließlich keine Ersatzwelt im Keller.

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Schreiben, lesen, reisen, kochen, Sport und Gesundheit gehören zu meinen größten Leidenschaften. Da fällt es nicht schwer über das Thema Veganismus zu schreiben und es weiter zu verbreiten.